• GESUND ARBEITEN IN THÜRINGEN

    Gesundheit ist entscheidend für mehr Lebensqualität,
    aber auch für ein produktives und erfülltes Arbeitsleben

  • GESUND ARBEITEN IN THÜRINGEN

    Gesundheit ist entscheidend für mehr Lebensqualität,
    aber auch für ein produktives und erfülltes Arbeitsleben 

  • GESUND ARBEITEN IN THÜRINGEN

    Gesundheit ist entscheidend für mehr Lebensqualität,
    aber auch für ein produktives und erfülltes Arbeitsleben 

  • GESUND ARBEITEN IN THÜRINGEN

    Gesundheit ist entscheidend für mehr Lebensqualität,
    aber auch für ein produktives und erfülltes Arbeitsleben 

Arbeitsmedizinische Informationen für Arbeitgeber

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Mit zunehmender Dauer einer Erkrankung steigt die Gefahr einer dauernden Arbeitsunfähigkeit bzw. Dienstunfähigkeit. Um dem zu begegnen, wurde das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) geschaffen. Seit 2004 sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet (§ 167 Abs. 2 SGB IX, ehemals § 84 Abs. 2 SGB IX), Beschäftigten ein BEM anzubieten, die entweder ohne Unterbrechung 6 Wochen krank waren oder innerhalb der letzten 12 Monate insgesamt mindestens 6 Wochen arbeits- bzw. dienstunfähig waren. Ziel des BEM ist, die Ursachen von längeren bzw. gehäuften Arbeitsunfähigkeitszeiten des Beschäftigten zu erkennen, durch gezielte Maßnahmen die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden bzw. weiterer Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und das Arbeitsverhältnis dadurch zu erhalten. Das BEM dient somit dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und ist ein Instrument, um u.a. den Folgen des demographischen Wandels wirksam zu begegnen.

Aufgabe des Arbeitgebers beim BEM:
Ziel des BEM ist, dass der betroffene Arbeitnehmer trotz gesundheitlicher Einschränkungen einer entlohnten Arbeit nachgehen kann und erwerbsfähig bleibt. Dazu müssen ggf. der Arbeitsplatz bzw. die Arbeitsumgebung des betroffenen Arbeitnehmers sowie die Arbeitsabläufe umgestaltet werden. Wenn eine Anpassung des Arbeitsplatzes nicht möglich ist, muss der Arbeitgeber prüfen, ob der Betroffene im selben Betrieb auf einem anderen Arbeitsplatz eingesetzt werden kann. Der Arbeitgeber muss letztlich alles unternehmen, um dem erkrankten Arbeitnehmer eine Weiterbeschäftigung zu ermöglichen.

Der Arbeitgeber muss den betroffenen Beschäftigten über das geplante BEM-Verfahren und die Ziele umfassend aufklären. Die Teilnahme am BEM ist für die Betroffenen freiwillig. Hierauf muss der Arbeitgeber den Betroffenen explizit hinweisen.

Für den Betroffenen bestehen keinerlei Verpflichtungen, einem BEM-Verfahren zuzustimmen, bzw. daran teilzunehmen. Ein bereits begonnenes BEM kann abgebrochen und ggf. auch wieder aufgenommen werden. Es entstehen für den Betroffenen keine arbeits- oder dienstrechtlichen Nachteile, wenn die Durchführung eines BEM abgelehnt wird oder das BEM keinen Erfolg hat.

Die Betroffenen entscheiden selbst, ob sie das BEM in Anspruch nehmen wollen und wer ggf. bei der Durchführung des BEM beteiligt werden soll. Für ein erfolgreiches BEM empfiehlt es sich allerdings, möglichst alle im konkreten Fall betroffenen Beteiligten in das Verfahren einzubinden. Dies können sowohl betriebsinterne als auch externe Personen sein.


Betriebsinterne Personen, die beim BEM beteiligt werden können:

  • Betroffene Mitarbeiterin/Betroffener Mitarbeiter
  • Arbeitgeber
  • Betriebsarzt
  • Schwerbehindertenvertretung
  • Gleichstellungsbeauftragter
  • Betriebs- bzw. Personalrat[1]
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit
  • Betrieblicher Sozialarbeiter
  • u.a.

Externe Personen und Institutionen, die zum BEM hinzugezogen werden können:

  • Integrationsamt bei schwerbehinderten Mitarbeitern
  • Zuständige gesetzliche Unfallversicherung (z.B. Berufsgenossenschaft bzw. Unfallkasse)
  • Ärzte und Rehabilitationskliniken
  • u.a.

Einbindung des Betriebsarztes
Besonders sinnvoll ist es, den Betriebsarzt in das BEM einzubinden. Er kann sowohl das Krankheitsbild des Betroffenen und die damit verbundenen gesundheitlichen Einschränkungen adäquat beurteilen, als auch gleichzeitig die Belastungen des speziellen Arbeitsplatzes und die dadurch verursachten individuellen Beanspruchungen einschätzen. Aufgrund seiner fachlichen Qualifikationen ist der Betriebsarzt besonders geeignet, bei der Erarbeitung eines Wiedereingliederungsplans mitzuwirken und die betriebliche Wiedereingliederung zu begleiten. Es ist aber unbedingt zu beachten, dass auch im Rahmen des BEM die ärztliche Schweigepflicht gilt und nicht verletzt werden darf!


Stand: Januar 2018

Haben Sie eine Frage zum Thema „Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)“? Wenden Sie sich bitte per Email an unsere Experten aus der Arbeitsmedizin. Sie beantworten innerhalb weniger Tage Ihre Frage. Nutzen Sie hierfür unser Kontaktformular. Der Service ist für Sie kostenlos!


Quellen und weiterführende Literatur:


[1] Soweit ein Betriebs- oder Personalrat in dem Unternehmen vorhanden ist, muss dieser mit eingebunden werden.